Letzten Sonntag habe ich in einer Gemeinde in einem missionarischen Gottesdienst gepredigt. Im Vorlauf zur Predigt gab es, wie in Gemeinden eine Lobpreiszeit. Nun, mit musikalischer Anbetung in Gemeinschaft habe ich momentan meine Probleme. Jedoch, wenn ich in anderen Gemeinden bin, singe ich normalerweise mit, weil ich diesen Ausdruck der Anbetung, welcher für viele ChristInnen wichtig ist wertschätzen möchte. Diesen Morgen jedoch blieben mir öfters die Lieder, spezieller ausgerdrückt, die Liedtexte im Halse stecken. In vielen, fast allen Liedtexten ging es wechselseitig um die Größe Gottes und unser menschliches Unvermögen. Jedoch in einer geballten Ladung, dass ich den Eindruck bekam, dass eine ganze Gemeinde den Sonntag damit verbrachte "Ich bin Scheiße und schlecht" zu singen. Die Liedtexte sprachen in einer so deutlichen Weise davon, wie schlecht und unvermögend Menschen sind, dass es mich fast erdrückte. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Liedtexte in Anbetungszeiten sorgfältig überprüft werden sollten. Denn etwas zu singen, hinterlässt nunmal besondere Spuren im Denken und in der Seele des Menschen.
Gott ist doch auch immer noch groß und Gott, auch wenn wir ein wenig besser von uns selber denken ?
Freitag, November 09, 2007
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4 Kommentare:
AMEN! Wichtiger Post, wichtiges Thema!
Bodo aus H
Weißt du, dass ich auch heute immer noch Kraft schöpfe aus intensiven Lobpreiszeiten, die wir als Jugendkreis mit dir hatten? Lobpreis ist so wichtig für mich, weil es mich näher zu Gott bringt und mich in einer besonderen Weise daran erinnert, wer er ist.
In schweren Momenten ging es mir schon so oft so, dass mir "wie aus dem Nichts" ein Lied eingefallen ist, das mir einfach aus der Seele gesprochen hat und das mir anschließend meinen nächsten notwendigen Schritt gezeigt hat! Ich denke, dass durch Musik nicht nur ich eine Möglichkeit habe, um mich Gott mitzuteilen, sondern Gott findet durch diese Lieder auch einen Weg, um zu mir zu sprechen.
Nicht jeder ist Musiker und schafft es, seine eigenen Lobpreiszeiten zu gestalten und nicht alle Christen sind Leitböcke, manche sind einfach nur kleine Schäfchen, die an manchen Punkten hinterher laufen wollen. Und ich glaube, dass das etwas ist, was man nicht verurteilen sollte.
Ich stimme dir voll zu!
Wenn ich in "normalen" Gemeinden bin, bekomme ich normalerweise das totale Kotzen, weil ich die Texte einfach so unmöglich und scheiße finde. Die Leute singen die ganze Zeit nur Ich bin scheiße und du bist so unglaublich toll --> das nennt man dann glaube ich erfurcht oder Respekt^^. Wieso sehen die Leute es eigentlich nichtmal aus der Perspektive dass sie eigentlich total geil sind, weil sie Gottes Kinder sind? Das fände ich viel logischer. Ich meine mit der Einstellung "ich bin so scheiße" ist es doch kein WUnder, dass sich kaum einer traut mal selbstbewusst einem anderen zu vermitteln dass er Christ ist und warum.
Abgesehen davon finde ich es total schlimm, dass christliche Musik qualitativ so abartig minderwertig gewordenist. Wenn du christlicher Liedersänger werden willst schnappst du dir eine Gitarre und singst die ganze zeit gott ist toll gott ist lieb oder in der postmoderne gott ist geil gott ist fett oder so und dann denkst du du kannst Gemeinden mit heiligem Geist ertränken. Leider hab ich das Gefühl, dass Lobpreismusik in den allermeißten Fällen nicht von Herzen kommt, denn wenn das so wäre dann würden die meißten Leute wahrscheinlich erstmal eher "Gott hilf mir, warum tust du mir das an?" oder "jesus zeig uns wo du bist, wir sehen dich nicht!" singen.
In diesem Zusammenhang hallt in meinem Kopf immernoch der Kommentar von WaitingForSteve nach, als sie auf der freakstock-dvd sagen sie fänden es schrecklich, dass christliche Musik meißtens irgendeinen Zweck erfüllt und nicht einfach das ist, was gerade aus den Herzen der Musiker heraussprudelte.
Von diesem Standpunkt sind glaube ich viele christliche Gemeindelobpreisbands Lichtjahre entfernt.
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