Montag, Oktober 29, 2007

Gemeindekultur: Nach Entwicklungsfaktoren fragen

"Das ist ja cool!" oder: "Das hast Du gut gemacht!"
Kennst Du das ? Du erzählst, was dir gelungen ist, oder irgendetwas was gut gelaufen ist.
Und die Reaktion auf deine Erzählung ist ein "Cool!" oder: "Das hast Du gut gemacht!".
Nun, das ist nett und auch bekannt. Meistens wertschätzen wir den Erzählenden mit einem solchen positiven Satz. Wenn man nun aber nicht nur wertschätzen will und damit das Ganze beendenden will, sollte man eine Frage an die Wertschätzung anbinden: "Wie hast Du das geschafft ?". Eine solche Frage nach seiner Wertschätzung öffnet nämlich Potenzial zur Entwicklung. Wenn man den anderen nicht nur sagt: "Hey, das hast Du gut gemacht!", sondern ihn danach fragt, wie auf welche Weise das Gute gelungen ist, dann öffnet man den Raum für eine Reflektion, die dem erzählenden die Möglichkeit bietet, sich über seinen Erfolg bewußt zu werden, über seinen eigenen Anteil daran und über den Kontext, in dem es ihm leicht fällt, erfolgreich zu sein. In Gemeinden neigen wir dazu, nach einem "Zeugnis" Gott zu loben, ihm zu danken. Das ist ebenfalls sehr gut, denn Gott die Ehre zu geben ist nunmal richtig. Leider bleiben wir oft dabei stehen, ohne die positive Erfahrung für weitere Erfolge zu nutzen. Ermutigung geschieht vor allem dort, wo ich meinen Freunden die Chance gebe, sich aus dem Erfolg bei der Bewältigung einer Herausforderung weiteres Potenzial für die nächste Herausforderung zusichern.
Deshalb: Wenn dir das nächste mal jemand erzählt, wie er oder sie eine Situation oder Aufgabe oder einen Entwicklungsschritt erfolgreich gemeistert hat, dann frage ihn, nachdem Du deine Freude darüber zum Ausdruck gebracht hast, danach, wie er oder sie es geschafft hat, oder warum es diesmal erfolgreich war. Deine Freund oder Deine Freundin wird dann die Chance haben, sich über seine Ressourcen bewußt zu werden und diese bei der nächsten Herausforderung wieder zu aktivieren.

2 Kommentare:

Käthe hat gesagt…

schönen Gruß von Herrn DE SHAZER und mir natürlich auch... ein herrausfordernder Ansatz der meinen linearen Horizont um einige Dimensionen erweitert hat.

Rahel Thailand hat gesagt…

Yep- Hier sprechen wohl alle Sozpädas.
Muss meiner Praktikantin auch wieder mehr Fragen stellen um ihr die Möglichkeit der Reflexion zu eröffnen die ihr auch weiter hilft.
In Gemeinden ist dies eine super Möglichkeit um selber was zu lernen und dem anderen Mut zu machen sich selber zu erforschen.
Rahel