Ich habe ja im letzten Post meine Kritik an der bestehenden Gemeindekultur der christlichen Landschaft geäußert. Wer mich kennt, weiß, dass ich nur ungern meine eigene Kritik im Raum stehen lasse, ohne einen auf Entwicklung abzielenden Vorschlag zu machen. Die letzte Woche habe ich sehr viel nachgedacht. Über mich selbst und meine Wünsche und Sehnsucht betreffend einer gelebten Gemeinschaft, oder nenne es "Gemeinde".
Noch einmal zusammenfassend: Ich kritisiere zutiefst die defizitär ausgerichtete Gemeindekultur, welche für mich aus einem einseitigen Heiligungsverständnis, sowie aus einem sehr negativ geprägten Menschenbild resultiert. Gerade in der Jesus-Freaks Kultur scheint mir ein negatives Selbstbild in der gelebten Glaubens- und Lebenspraxis verankert zu sein. Dieses zieht sich nicht durch alle Kreise, nicht jeder Jesus Freak, den ich kennen gelernt habe hat ein negatives Bild von sich selbst. Aber es scheint mir schon sehr vorherrschend zu sein. Das mag an verschiedenen Dingen liegen, deren Ursachen wohl sowohl theologisch- seelsorgerisch, als auch psychologisch zu reflektieren wären.
Meine Wunsch, meine Sehnsucht, aber auch meine Forderung an die bestehende christliche Gemeindekultur ist, dass ein Umfeld in unseren Gemeinschaften entsteht, in dem menschen positiv gestärkt werden. In denen Menschen erfahren, was sie alles könen, wozu sie in der Lage sind und was sie eigentlich in ihrer Identität in Christus sind. (Wer mich nun als heimlichen W+G Anhänger verdächtigen will, mag das tun. Leute die mich länger kennen, wissen, das seit Jahren Inhalt meiner Predigten immer wieder dieses Thema war und dass ich seit Jahren für ein neues Bewußtwerden der Identität in Christus plädiere. An dieser Stelle sei gesagt, dass es das letzte Mal sein wird, dass ich mich von W+G bei solchen Postings distanziere. Ich mag einfach nicht hinnehmen, dass man über solche Themen nicht mehr, denken, schreiben und lehren kann, ohne als von W+G "angezeckt" zu gelten.)
Wort und Geist betont, dass Christen sich mehr bewußt sein müssen, wer sie in Christus sind. Dem stimme ich zu. Jedoch geht für mich der Ansatz über Lehre, Meditation und Bibelstudium in diesem Bewußtsein zu wachsen, nicht weit genug. Ich interessiere mich mehr dafür, wie ein solches Bewußtsein in unseren Gemeinschaften zum Tragen kommen kann und wie eine neue auf positive Ressourcen aus dem Glauben heraus enstehen kann. Wie leben wir gemeinsam eine auf die positive Entwicklung von Menschen ausgerichtete Kultur hin ? Wie wird die Erlösungskraft Christi in unseren Gemeinschaften praktiziert ?
Donnerstag, Oktober 25, 2007
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1 Kommentare:
Ich muss sagen, solche Kritik ist halt immer eher subjektiv. Ich erlebe es wirklich ziemlich anders; in meiner Gemeinde geht es schon sehr "positiv-ermutigend" zu. Es gibt auch Stimmen, die das zu positiv/oberflächlich finden. Aber dennoch: selbst konservative Brüdergemeinden haben nicht selten eine starke Betonung von "wer wir sind in Christus". Ich frag mich, ob das tatsächlich ein Problem ist, dass sich egientlich auf Gemeinden beschränkt, die stark die Heiligungs-/Erweckungsschiene fahren ist....
Ist WuG nicht vielleicht eine Stimme, die dazu da ist, Schieflagen innerhalb der charismatischen Bewegung auszugleichen?
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