Freitag, Oktober 12, 2007

Auf ein Wort...

... zum Wechsel von JF Bielefeld zu Wort und Geist.
Mich traf diese Nachricht schon ein wenig. Auch wenn es eigentlich hätte absehbar sein können. Mich trifft nicht, dass JF Bielefeld und somit Paddy zu Wort und Geist wechselt. Eher dass sie aus der Bewegung wechseln. Obwohl- kann man jemals aus dieser Bewegung draussen sein ? Auch Leute wie Taade, Morti, Alex und Roger sind mir im Herzen immer noch als Jesus Freaks verbunden.
Nun zu dem, was ich eigentlich posten möchte. Ich kann den Wechsel nachvollziehen. Nach meinen zahlreichen Gesprächen mit meinen "Freunden", (ich weiss nicht genau, ob dieser Begriff angebracht ist, aber ich empfinde so), die zu W+G wechselten, ist mir klar, auch aus eigener Erfahrung, was ein Aspekt in dem Ganzen ist. Ich möchte das mal aus meiner Erfahrungswelt heruas skizzieren:
Ich halte mich gerade von christlichen Dingen fern. Und das, weil ich auf eine Sache keine Lust mehr habe. Mehr Negatives über mich zu hören oder über mich zu denken, als Positives. Irgendwie regt mich der gesamte christliche Background dazu an, mich eher beschissen zu fühlen, als gut. Und wir Jesus fReaks sind darin Meister. Meine Hauptthese über das Lebensgefühl der Jesus Freaks ist, dass sie Gottes Liebe mehr spüren, je mehr sie sich Scheiße fühlen. So nach dem Motto: "Ich bin Scheiße, aber Jesus liebt mich". Und ich schließe mich nicht aus. Tief in meiner christlichen Seele fühle auch ich mich mehr erlösungsbedürftig, als mir bewußt ist, das ich tatsächlich erlöst bin. Klingt ziemlich bayuvarisch oder ? Anyway. Ich habe das mindere Selbstbewußtsein der Christen satt. Das domizierte Kriecherische. Dieses zwanghaft Bestreben danach, besser zu werden, sich mehr zu heiligen. Und darüber ihr Leben zu vergessen. Für mich kristallisiert sich immer mehr meine Sehnsucht in bezug auf Gemeinschaft heraus: Ich träume von einer Gemeinschaft von Menschen, die sich mehr Positives als Negatives übereinander sagen. Die sich ermutigen, statt sich immer wieder aug ihre Unzulänglichkeiten hinzuweisen. Stopp ! Ich bin kein Freund der Verdrängung. Ich glaube, dass wir uns mit unseren Fehlern konfrontierten sollten. Aber dabei sollte mindestens die 50+1 regelung gelten. Mindestens 51 % unserer Aussagen und unseres Denkens übereinander sollten positiv sein. Wenn nicht noch viel mehr...

12 Kommentare:

Morti hat gesagt…

Hey Joscha, kann das bestätigen: Das was mich ursprünglich zu den Freaks hingezogen hat (mal abgesehen von der Ansage von Gott) habe ich auch weiter auf dem Herzen. Von daher ist man da eigentlich nie draußen. Und ja, die Bezeichung Freund paßt bei mir auf jeden Fall. Deine Gedanken kann ich voll nachvollziehen über das negative denken und reden. Ist totaler Schrott. Ich hab mal in nem schlaueb Buch gelesen, das wir uns als Christen gegenseitig aufbauen und ermutigen sollen. Was lobenswert ist sollte bedacht werden. Jede Tugend, alles liebenswerte, alles was gut ist. Welches war das nochmal? Ach ja, Bibel!
Liebe Grüße
Morti

Lila hat gesagt…

ich würd ja gern

Klaus hat gesagt…

Hi Josha, ja, ist schon komisch, dass ausgerechnet "Christen" so negativ-destruktiv im Umgang miteinander sein können. Mir ist auch nie ganz klar geworden, woraus gerade auch Christen ihre Tendenz zu negativer Selbstbetrachtung ziehen... das, was ich von W+G an Auswirkungen betachte, schätze ich dagegen wieder als geistliche Arroganz ein - auf der anderen Seite vom Pferd runtergefallen.

Hm den Traum von dieser Gemeinschaft ist auch in meinem Herzen, und das wünsch ich mir auch von der Gemeinde, die ich zu bauen beauftragt bin. Das ist leider nicht easy, und es tut mir weh zu beobachten, wie sich Leut gegenseitig weh tun, weil sie noch aus ihren psychischen Schäden heraus agieren... viel reden, viel beten... *seufz*

Hey, und dich... ich betrachte dich als Held, der siegreich mit Löwen gekämpft hat. Mich wundert's überhaupt nicht, dass es dir geht, wie's dir grad geht... aber das wird wieder. Gott ist treu :)

Backhausbrot hat gesagt…

Jau Josha,wenn du schön so weiterschreibst,wirst du sicher noch mit dem Herrn Bauer an 2 Bierkästen stehen und predigen.

*menno,da will ich auch dabei sein.

Björn S. ;-)

Naemi hat gesagt…

Hi Josha!
Mir sind mehrere Gedanken gekommen, als ich deinen Post gelesen habe:
Ich glaube nicht, dass es typisch für Christen ist, sich schuldig zu fühlen und dieses Bewusstsein zu pflegen, sondern ich glaube, dass es typisch deutsch ist!
Ich bin zur Zeit in Japan (mache hier seit Anfang August einen Kurzzeitmissionseinsatz und bleibe bis Weihnachten) und lerne hier japanische, amerikanische, kanadische und britische Christen kennen. Und im Umgang mit diesen Menschen und dem Leben weit weg von Deutschland ist mir zum ersten mal in meinem ganzen Leben klar geworden, dass ich wirklich eine nationale Identität habe. Und zum Deutsch-Sein gehört es dazu, sich der deutschen Schuld bewusst zu sein und diese Schuld niemals zu vergessen. Andere Christen sind nicht zwangsweise so. (Da gibt es aber natürlich auch Unterschiede...) Vor ein paar Wochen hat mich zum Beispiel ein Japaner, der kein Christ ist, gefragt, warum Christen alle so fröhlich sind!
Das nächste ist, dass ich glaube, es ist nunmal der Grundzustand des Menschen auf dieser Erde, sündig zu sein. Wenn wir an Jesus den Messias glauben, verändert er unseren Grundzustand zwar vom Sünder zum Heiligen, aber trotzdem können wir noch sündigen. Und weil wir für andere Menschen (auch Nicht-Christen) Vorbilder sein sollen (wir sollen zeigen, wie Christus ist!) macht es durchaus Sinn, an sich zu arbeiten. Wichtig ist nur, dass man nicht vergisst, dass Jesus uns zu seinen Leuten macht und dass das unser Wesen bereits verändert hat!

PS: ist echt cool, mal wieder was von dir zu lesen!

marcel der computerfan hat gesagt…

ja joscha, versteh schon was du meinst. z.b. diese wein-selbsthilfegruppenartigen lobpreiszeiten(harrharr,lobpreis). war echt ne plage innerhalb der freaks. aber iss glaub ich echt nicht christenspezifisch. hab gestern erst mit nem soziologen gelabert der dann mitgeschnitten hat das ich christ bin. der hatte gerade ne freikirche in BaWue untersucht und meinte: "Ich weiss nicht, aber ihr christen seid alle so im reinen mit euch selbst." ist oft auch nicht so ganz mein eindruck aber lassen wir uns ma nett von unseren depri-brothers und sisters "lacrimosaieren", alter. bis bald mal, marcel (nach wabern kann ich leider nicht kommen, bin noch bis weihnachten in oslo)

Arnachie hat gesagt…

He Josha, geil dich gibts ja noch. Hatte irgendwie dein Blog ausn Augen verloren.
Ist dir mal aufgefallen, dass dieser Wort und Geist Impuls was von Nietzsche hat? Das meine ich nicht negativ. Nietzsche hatte sich auch vor allem über die Selbstzerfleischung der Christen aufgeregt. So wie ich WuG kennengelernt habe, scheint es wirklich Leuten zu helfen "über sich hinaus zu wachsen". Gerade auch wenn man zu sehr im Selbstmitleid versumpft kann das sicher helfen. Paul Tillich hat mal gesagt "Selbsttranszendenz" führt entweder zu Wachstum oder zu Selbstzerstörung. Deshalb meine Frage: kann die Betonung "Gott hat schon alles getan", die ich selbst als sehr befreiend erlebe, für manche nicht auch sehr beengend sein, da es ja heißen würde: "Gott kann dir nicht mehr helfen"?

HoSnoopy hat gesagt…

Ich überlege gerade, ob ich das Negativdenken über weite Strecken schlichtweg ignoriert habe und ob ich das heute immernoch tue. Es ist auf jedenfalls sehr stark bei den JF durchzogen. So nach dem Motto "lieber mal 'demütig' rumkrauchen und scheiße von sich denken als zu positiv und dabei dann auf die Schnauze fallen". Dabei ist für mich ein starker Aspekt von Christsein das positive Denken, denn Jesus liebt nunmal mich, basta. Er will nicht, daß ich leide, basta.
Bei vielen JF müßte somit ein Umdenkprozeß eintreten, der BEWUSST getan werden müßte. Aber das wäre ja total unbequem und das würde ja auch noch was ändern (wie schrecklich *Ironie*). Diese Haltung hat mich letztlich dazu gebracht, die JF-DA zu verlassen, einfach, weil ich das nicht mehr ausgehalten habe.
Für mich war genau dieses Denken nie "typisch Jesus Freaks", und gerade bei den jüngeren Gruppen (mit denen ich zu tun habe) spielt genau das nicht die Hauptrolle. Gott sei Dank!
SofX

Bernhard hat gesagt…

Was lässt dich denn hier den Begriff bayuvarisch verwenden???? Hey!!! Die Bayern unter deinen Bloglesern werden verwirrt sein! Mögen sie auch als Beutehesse leben...
Was die Konversion von Bielefeld betrifft, war ich nicht sonderlich überrascht und ich bete, dass dieser Schritt der Gemeinde zum Segen wird.
Und lieber Josha (übrigens sehr geil, dich wieder bloggen zu sehen!) ich stimme dir zu. Es gibt eben leider doch viel zu viel weltliches (und dieser Begriff ist hier für mich völlig anders belegt, als üblicherweise, würde aber den Comment sprengen, das jetzt zu erläutern) Denken drin. Ich fürchte, dass der Heilige Geist noch ne Menge Arbeit haben wird, unser Denken dem des Herrn Jesus anzunähern. Auf geht´s!!!

Livingpriest hat gesagt…

Hmm, da sind wir Stuttgarter Freaks wohl ne Ausnahme. Klar, wir sehen auch die negativen Dinge, aber eben auch die Positiven.
Naja, ich finde es irgendwie schade, das die Leute, denen das so negativ auffällt, lieber woanders hingehen, als was dagegen zu machen. Sind die Freaks da etwa hoffnungslos? Kann sich da nichts dran ändern? Und wenn Wort und Geist von ihrem Höhenflug runterfallen? Will nichts gegen Wort und Geist sagen, aber da können auch andere Zeiten kommen.
Naja, ich finde es auch sehr wichtig, die 'Deserteure' weiter als Freunde und Geschwister zu sehen, und mehr auf das zu sehen was uns verbindet als auf das was uns trennt.
Aber ich frage mich schon, warum die Freakbewegung immer mehr zerbröckeln muss, statt repariert zu werden. Und je mehr die Bewegung zerbröckelt, desto mehr gehen die Leute, weil sie zerbröckelt.

Anonym hat gesagt…

HI,
ich hab das gestern erst mitbekommen, und es trifft mich schon, dass die Kraftwerk gemeinde
aus der Freax Bewegung weg ist. ich kann natürlich verstehen, wenn es für eine gemeinde richtiger erscheint was neues zu machen. viele feundschaften und beziehungen hängen da zusammen, und vielleicht kam es auch deswegen zu keiner teilung. ich gebe aber zu, dass es mir schwer fällt wort und geist zu akzeptieren, weil sie ein geschlossenes theologisches system zu haben scheinen. ich bin müde an diesem punkt zu urteilen.jeder einzelne muss wissen was er tut, und kann selbst darüber entscheiden. vielleicht hätte sich die freaks-bewegung auch ohne wort und geist verkleinert, wer weiss das schon. ich bin jedenfalls durch die freaks zum glauben gekommen, und der persönliche glaube ist sowieso wichtiger als gemeinde. familie ist wichtiger als gemeinde. gemeinde ist nicht alles.
ich werde aber auf jeden fall versuchen, mich nicht zuviel damit zu beschäftigen.jeder muss auch eine eigene, natürliche positive vision für sein leben entwickeln. wenns gott so will, wirds schon gut sein. hauptsache den leuten dort gehts gut damit, und ich segne bielefeld schon mal fett, dass sie jetzt nicht mit vorwürfen bombadiert werden.

Philipp

lijialefw hat gesagt…

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