Donnerstag, September 28, 2006

Novalis: Hymnen an die Nacht

Abwärts wend ich mich zu der heiligen, unaussprechlichen geheimnisvollen Nacht. Fernab liegt die Welt- in eine tiefe Gruft versenkt- wüst und einsam ist ihre Stelle. In den Saiten der Gruft weht tiefe Wehmut. In den Tautropfen will ich hinunter sinken und mit der Asche mich mischen...

Dieser Text und anderes, das mich gerade umgibt, weckt gerade Seiten in mir, die ich aus einer früheren Zeit kenne: Düstere Romantik. Die Hymnen an die Nacht flashen mich gerade sehr und ich habe gestern nochmal alte Texte von mir gelesen, die ich so zwischen 16 und 20 verfasst habe. Nun reflektiere ich gerade, wie mir diese, manchmal sich selbst verlierende Romantik (Im Sinne der Zeitepoche) abhanden kam. Vielleicht durch die Eingebundenheit in Studium, Berufsentwicklung und die Anforderungen, die das Leben halt so an einen stellt ? Wahrscheinlich. Trotzdem meldet sich sowas in einem immer mal wieder zurück. Um so schöner, es zu genießen, wenn auch nicht immer ganz "schmerzfrei"...

Dienstag, September 26, 2006

Anstrengendes WE

Samstag und Sonntag fand die Zukunftswerkstatt des Freakstock- Festivals statt. Danach bis Montag - Nachmittag zwischen Vorstand und Ä_Kreis von JFI.
Nun sitze ich hier zuhause an meinem Schreibtisch und versuche wieder wach zu werden.
Im Hintergrund untermalt Nora Jones den regnerischen Morgen. Ich müsste eigentlich frühstücken, aber der Stress der letzten Tage hat meinen Magen empfindlich gemacht. So gibt`s jetzt einen Tee und ich werde dann mal langsam in den Tag starten...

Donnerstag, September 21, 2006

Umckaloabo

Nun, ich dachte noch, mich würde es nicht erwischen. Meine Freunde um mich herum sind alle von grippalen Infekten geplagt. Und nun auch ich. Das blöde ist, dass mich ein Infekt nie richtig weghaut, also mit Fieber und so. Das heißt, dass ich nie im Bett liege, sondern mich ein paar Tage lang durch die Gegend schleppe, völlig müde und so weiter... Der Nachteil daran ist, dass man eben auch nicht wirklich krank ist und sich ins Bett haut.
Wie auch immer. Mich bringt dieser Infekt ins Nachdenken, da ich merke, dass ich mein Leben nochmals eine Stufe mehr disziplinieren muss, um meinen momentanen beruflichen und privaten Anforderungen gewachsen zu sein. Meine regelmäßige Meditation und meine langsame Wiederaufnahme meines morgendlichen Jogging- Programmes leisten schon eien beträchtlichen Beitrag zu meiner Leistungsfähigkeit. Da geht aber noch was und muss auch was gehen.
Früher wollte ich so nie werden: Zeitig ins Bett, früh aufstehen, gesunde Ernährung, weiser Umgang mit Parties und Feten unter der Woche usw.
Und nun sehne ich mich nach ein wenig mehr Bürgerlichkeit. Wird man Spießer aus Pragmatismus ?

Montag, September 18, 2006

Die wahre Kirche des Mannes...


...ist das Fußballstadion. Und so machte ich mich gestern mit sechs weiteren Gläubigen auf den Weg in die große Kirche der Commerzbank Arena in Frankfurt.
Auf dem Pilgerweg dorthin führten wir uns bereits berauschende Getränke zu um in eine spirituelle Stimmung zu kommen. Wir waren gekleidet in die rituellen Gewändern unseres Stammes und lobpriesen ihn bereits in den Zügen, die uns mit einer wachsenden Pilgerschar gemeinsam zum Ort des Geschehens brachten. Im heiligen Stadion angekommen, übten wir uns in weiteren Lobpreis und Schmähgesängen der feindlichen Horde. Wir beschimpften in rythmischen Sprechchören Fehlentscheidungen des Unparteiischen und unser Glaube war gestern stark genug: Frankfurt besiegte Leverkusen mit einem unglaublichen 3:1.
Auf dem Rückweg- tief beeindruckt - konvertierte ich in aller Öffentlichkeit zum Eintracht- Fan, bezeugte meine Versiegeltheit mit dem Erwerb eines Einracht- Schals und schwor meinem alten Leben als Bayern-Fan ab, um nun fortan den rechten Weg zu gehen.
Halleluja !

Donnerstag, September 14, 2006

Rock n Roll


Ab und zu packt es mich: Ich lege eine alte Guns n` Roses Cd ein, ziehe mein T-Shirt aus, krempel mein Jeans auf und springe barfuss durch die Wohnung, bewundere mich im Spiegel und springe auf meinem Sofa rum...
Heute war`s wieder soweit. Mann, tut das gut...

Mittwoch, September 06, 2006

FLT


Das neue Freaks- Leiter - Training geht im November an den Start.
Anmelden kannst Du Dich HIER.

Che


Ich lese gerade ein sehr umfangreiche Biographie von Che Guevara, verfasst von Paco Ingnacio Taibo II.
Mehrere Dinge beeindrucken mich auf den ersten 200 Seiten. Zum einen Che als Kommandant, der dafür bekannt war, als erster in ein Gefecht zu springen, seinen Kamaraden selbst ihr Gepäck über einen Fluss zu schwimmen, sich beim Essen als Letzter anzustellen und mit seinen Schwächen (z.B. sein Asthma) umzugehen. Gerade Letzteres hat mich ins Nachdenken gebracht. So erlebten die Guerileros Che als einen Mann, der gegen sein Asthma kämpfte, dabei mehrmals fast starb und trotzdem weiterkämpfte. Er gab damit ein Beispiel als Anführer, wie man trotz seiner Schwächen und Eingeschränktheiten weitergeht. Dadurch waren seine Männer, die ihm unterstellt waren ebenfalls motiviert ihren eigenen Schwächen zu begegnen. Che scheint ein Anführer gewesen zu sein, der meistens offen und ehrlich mit seinen Fehlern und Schwächen umging und auch zu seiner manchmal auftretenden Feigheit stand...

Montag, September 04, 2006

die Messe: Grundformen der Angst


Nach dem üblichen Brunch entspannten wir uns gemeinsam bei etwas autogenen Training und hörten das Einleitungskapitel von Fritz Riemanns "Grundformen der Angst". Mit Kohlestiften gab jeder seiner Angst eine Gestalt und hängte sein Bild neben einem Bild von Jesus am Kreuz über den Altar. Im Angesicht seiner Angst nahm dann jeder für sich persönlich das Abendmahl in Gedenken an Jesus der sagte: "In der Welt, da habt ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden."
Angst ist nunmal ein Kennzeichen des "In-der-Welt-seins". Damit zu leben und der Glaube an einen Gott der größer ist als unsere Angst versöhnt uns mit uns selbst. Interessant war natürlich auch Riemans Typologie, die er anhand der "Grundformen der Angst" zeichnet. Auch wenn ich generell kein Freund der Typologien bin, so erscheint mir diese trotzdem sehr ergiebig.
Auf jeden Fall war`s eine interessante Messe, mit viel Kontakt zu sich selbst...