Donnerstag, Dezember 07, 2006

Respekt...

...ist eines meiner Lebensthemen. Zum einen, weil ich oft genug selbst merke, dass es mir daran mangelt, zum anderen, weil es mir wichtig ist, diesen Respekt von meiner Umwelt einzufordern, weil es ein gesunder Ausdruck meiner Selbstliebe ist.
Was bedeutet nun für mich Respekt ? Hier geht es für mich nicht um demütige Unterwerfung, sondern um eine Wertschätzung allen Lebens, jeglichen Menschens, und auch jeglichen sonstigem Lebewesen. Und es geht um Liebe- um Liebe zu allen Menschen.
Dieser Respekt äußert sich für mich ersteinmal in Höfflichkeit- ich versuche, höfflich zu allen Menschen zu sein. Weiterhin versuche ich, Menschen nicht zu nahe zu treten, eine gesunde Distanz zu bewahren und die Grenzen anderer Menschen, auch mir gegenüber zu achten und einzuhalten. Zum Dritten versuche ich, anderen Menschen in erster Linie gute und lautere Motive zu unterstellen. Ich gehe ersteinmal vom Guten aus, bis sich manchmal schmerzlich das Gegenteil beweist- und selbst dann versuche ich mir zu erklären, woher solche unguten Dinge kommen und nicht davon auszugehen, dass ich mit einem "bösen Menschen" zu tun habe. Und Letztens, zumindest für diesen Post, versuche ich in Gesprächen, Verhandlungen und Begegnungen herauszufinden, was das Interesse meines gegenübers ist, nehme es wahr und versuche es umzusetzten...
Ich bleibe, und das ist mir schmerzlich bewußt, oft genug hinter diesen Worten zurück, aber ein gesunder Selbstrespekt versteht es mir zu helfen, mir selbst zu verzeihen. Möge der Schöpfer, dem der größte Respekt gebührt uns gemeinsam auf einem guten Weg zu gelebten Respekt führen, auch in unseren hitzigen und notwendigen Auseinandersetzungen in unzähligen Weblogs !

10 Kommentare:

Christiane hat gesagt…

Wertschätzung
das ist ein feines Wort, welches ich in dem Zusammenhang von einer Kollegin in einem Kinderhaus gelernt habe.

HoSnoopy hat gesagt…

Kann ich nur unterschreiben. Ich werde gleich auch was darüber bloggen. In vielen Dingen gehts mir genauso...
sofx

Ronny hat gesagt…

Seit wann ist "Selbstliebe" gesund? Ist das größte Problem des Menschen nicht sein Egoismus, selbst wenn er sich in so einer verdrehten Form wie Bulemie oder Selbstverstümmelung zeigt?

Und was ist Respekt wert, den man einfordern muß? Da muß ich an diese Hip Hop Videos denken wo immer solche Spaken wie Sido oder Ekel Frech rumspringen die singen auch immer von Respekt und wie toll sie sind usw.

Ich kann mir nicht vorstellen das Jesus rumgegangen ist und gesagt hat "Hört mal, ich bin Gottes Sohn und nun seit mal ein wenig erführchtig". Aus meiner Sicht hat niemand Respekt verdient der ihn einfordern muß.

Josia hat gesagt…

da bin ich anderer Meinung. Immerhin steht in der Bibel "liebe deinen Nächsten WIE DICH SELBST!". Hört sich superchristlich an, aber ich bin der Meinung, dass niemand der sich selbst nicht achtet auch nur ein Fünkchen ehrlichen Respekt oder Liebe für einen anderen Menschen übrig hat. Üblicherweise sind diejenigen die sich selbst nicht achten doch die, die ständig nach Liebe und Anerkennung lechzen und deshalb zu anhänglichen Kletten werden. Menschen die sich selbst nicht achten und respektieren und respektiert werden wollen, weil sie ein Mensch nach Gottes Schöpfung sind haben für andere Menschen bestenfalls Erfurcht oder gar Furcht übrig und haben meißtens echte psychische, meißtens sogar weitreichende andere Probleme - jedenfalls sind sie keines Wegs starke Persönlichkeiten wie Jesus es war! Ich glaube außerdem, dass das Einfordern von Respekt nicht zwangsweise etwas mit Egoismus zu tun haben muss.
Wer die Bibel ließt, der wird feststellen, dass auch Jesus eine respektierte Person war. In der Bibel steht, dass er sich auf Berge, Bote, usw. stellte um zu Anderen zu sprechen. Außerdem fordert er die Menschen dazu auf an ihn zu glauben. Welcher Mensch ohne Selbstrespekt würde das tun? Ich glaube, dass es zwischen Selbstrespekt und Selbstverliebtheit in Form von Überheblichkeit in tyranischen Ausmaßen (das ist es was Du hier beschreibst) einen himmelweiten Unterschied gibt.

Ronny hat gesagt…

Hallo Josia,

es gibt verschiedene Auslegung des Bibelverses "liebe deinen Nächsten - wie dich selbst". Ein heute oft gepredigte Auslegung ist genau diese, die du zitierst: "zuerst mußt du dich selbst lieben, dann kannst du andere lieben".
Die ist dann auch vollständig kompatibel mit dem heutigen Zeitgeist und dem Aufruf der Werbung "denk zuerst an dich" mit der ganzen Wellness-Kacke usw.

Ich glaube eine heilsame Kur für viele übersättigte, westliche Wohlstandskinder wäre einfach mal ein "Erlebnisurlaub" in den Elendsvirteln dieser Erde, dann würden sich warscheinlich 90% der vermeintlichen Probleme in Luft auflösen. Ich bin der Meinung das viele Probleme eben gerade aus einem übersteigerten Egoismus kommen. Wer andererseits in seiner Kindheit zu wenig Liebe erfahren hat, braucht Menschen die ihn lieben und annehmen und kann sich nicht "selbst" aus dem Sumpf ziehen. Aus meiner Sicht (und der anderer Ausleger) kann man das oben erwähnte Bibelzitat auch so auslegen "so selbstverständlich wie jeder Mensch an sich denkt sollst du auch an andere denken". Jeder Mensch denkt im Notfall immer zuerst an sich, das ist einfach der Selbsterhaltungstrieb, Jesus fordert uns auf diesen Blick auf die Mitmenschen zu erweitern.

Was hätte eine Mutter Theresa oder ein Gandi oder ein Martin Luther King gedacht, wenn jemand gesagt hätte "Hey, du must doch auch mal an dich denken"?. Im übrigen existiert für einen Christen das "ICH" eigentlich nicht mehr und wenn dann nur in Form des "alten Fleisches", dieses sollte aber bekämpft und nicht gehätschelt und getätschelt werden. Ich will hier nicht zur Selbstkasteiung aufrufen, den das ist auch nur Selbstliebe in pervertierter Form aber die Richtung ist doch eindeutig klar: weg von der Selbstzentriertheit - hin zur Jesus-Ähnlichkeit.

Ich kann nur empfehlen die Klassiker zu lesen wie Spurgeon, Wessley, Booth und wie sie alle heißen, heute sind viele christliche Bücher geradezu durchtränkt mit moderner Psychologie siehe 2.Tim 3,4:

Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken.

so long

Ronny

Josia hat gesagt…

PS sorry Josha für den langen Kommentar und falls das hier nicht in deinem Sinne war, aber der gaht mir einfach aufn Sack.

Josia hat gesagt…
Dieser Post wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
Josia hat gesagt…

Hab meinen eigenen Post gelöscht, weil ich ein bischen ausgetickt bin und hab ihn hier nochmal in zensierter Art und Weise gepostet. Hab leider Ronnys Kommentar nicht zu Ende gelesen, ich hab schlicht und einfach das Interesse verloren:

Mein lieber Ronny, wenn du glaubst du könntest mir etwas von Armutsvierteln dieser Welt erzählen, dann bist du bei mir aber an der ganz falschen Adresse. Ich habe immerhin 6 Jahre meines Lebens in Pakistan verbracht, einem Land das so gut wie nur aus armen Leuten besteht. Ich habe Menschen gesehen, die auf Plastikmüllhalden in Plastiktütenzelten wohnen und sich Geld verdienen, indem sie deutsche Tetrapaks entsorgen. Probleme hat jeder von uns. Und wer nicht ums bloße Überleben kämpft, der ist geistig meißtens etwas gebildeter und lässt sich eben nicht so einfach alles erklären, ohne es wirklich logisch begründen zu können. Weißt du, und da spreche ich aus Erfahrung: solchen ärmeren Leuten fällt es viel leichter an Gott zu glauben. Sie haben ihre Probleme eben wo anders. Sie sehen da Gott und da das Bedürfnis zu erleben und darum und um ein paar andere Dinge dreht sich alles. Die wohlhabende westliche Welt ist aber ein bischen komplizierter als das. Da dreht es sich nicht einfach nur ums überleben und wenn man das schafft dann ist man glücklich. Da stellen sich einem Probleme die es in armen Ländern garnicht gibt. Wie zB die Bewältigung der ganzen Einflüsse die über Medien, Kommunikation und Gesellschaft tagtäglich auf einen einströmen. Mann muss sich regelrecht dagegen wehren von der Gesellschaft umgekrämpelt zu werden. Man muss sich dagegen wehren seine Ideale auf das was man sein soll zu beschränken. Und das manche Menschen das nicht schaffen führt eben genau zu mangelndem selbstrespekt. Zu, wie du selbst aufführtest: Bullemie, Depressionen und allen anderen Erscheinungen von Minderwertigkeitskomplexen, weil man dem Idealbild nicht gerecht wird. Ich sehne mich hin und wieder danach nur Problemen wie "wo bekomme ich Essen her" gerecht werden zu müssen.
Ich glaube eine gewisse Selbstachtung hat nichts mit dem Zeitgeist des Konsums oder was auch immer zu tun. Egoismus gab es auch schon vor Kapitalismus und Konsumdenken. Nur die Art wie er sich zeigt war eine andere.

Ich gehe ehrlichgesagt davon aus, dass man sich sehr wohl selber aus dem Sumpf ziehen kann, sogar durch selbstliebe. Allerdings ist noch viel wirkungsvoller die Liebe Gottes. Andere Menschen können meißtens nie so viel Liebe schenken, dass das die versäumte Liebe von Eltern wiedergutmacht. Und Egoismus kann sowieso nicht gesättigt werden, er besteht immer weiter, es sei den seine Ursache wird ausgeschalltet. Das ist nicht wie ein Sumpf, den man trockenlegen kann.

Ich glaube Ronny du hörst mir nicht zu: Ich sagte erstens Selbstliebe ist nicht das gleiche wie Selbstrespekt, deffinitiv nicht! zweitens habe ich schon in meinem letzten Kommentar bemerkt, dass starke Persönlichkeiten immer auf selbstachtung und ZUFRIEDENHEIT MIT SICH SELBST aufbauen. Deine Ignoranz macht mich ehrlichgesagt ein bischen sauer.

Ehrlichgesagt fin dichs echt lächerlich was du hier schreibst. Ich weiß nicht genau ob ich lachen oder ziemlich wütend werden soll bei der Scheiße die du hier verzapfst. Sorry, aber je weiter ich deinen Kommentar lese, desto bescheuerter und völlig unüberlegt finde ich das was du sagst.
Mir fällt gerade ein, das du auch diese superqualifizierten Beiträge zum 11. Septmeber auf ojos blog hinterlassen hast und daraufhin habe ich mir mal deinen Blog angesehen, statt deinen Kommentar weiterzulesen. Ich kann verstehen das du irgendwie frustriert bist, aber ich denke es hätte vielleicht einen Unterschied gemacht, wenn du statt an die Jesusfreaks an Gott geglaubt hättest. Ich wage zu bezweifeln, dass davon das du hier rumschnüffelst und wahllos irgendwelche Freaksblogs terrorisierst irgendetwas besser wird. Du trägst damit höchstens dazu bei die Lage noch weiter zu verschlimmern.

P hat gesagt…

gandi schreibt sich mit "H" hinter dem "D"

achimS hat gesagt…

ein gedanke zu der bibelstelle "liebe den anderen wie dich selbst":

Weil Jesus wußte wie sehr der Mensch sich selbst liebt und egoistisch ist sagte er das.
" so wie du dich sebst liebst, liebe auch mal den andern."
Es ist eine aufforderung für mich, mich zu fragen wie viel liebe ich anderen zukommen lasse.
90%(schätze ich) der predigten zu diesem thema betonen die andere seite: liebe dich! und dann...
ganz wenige betrachten es auch mal anders herum.
wenn ich mal wieder zuviel zeit mit chips und schoki vor dem fernseher, playstation oder pc, oder sonstirgendwas verbringe, spüre ich manchmal die frage: liebst du andere wie dich selbst? stimmt die relation von dem was ich mir gönne zu dem was für ander übrigbleibt? und das beginnt hier vor ort nicht erst im ausland.
ich habe anfang diesen jahres mit kindern in einem township bei kapstadt gespielt, und gemerkt wieviel liebe die brauchen, weil sie niemand liebt, aber die frage kommt auch hoch wenn ich menschen in stuttgart in der ubahn sehe.

ja auch westler brauchen liebe, aber
dennoch sehe ich beim westlichen durchschnittsmenschen (ohne derbe vergangenheit) eher das problem der zu vielen selbstaufmerksamkeit.
wir vertragen oft kaum noch harte worte und sind ewig und drei tage beleidigt wenn es spannungen gab, das kann man in gemeinden beobachten..