Mittwoch, November 29, 2006

Frauen und JFI

Immer wieder höre ich Vorwürfe von Frauen, dass die Entscheidungsgremien bei JFI von Männern dominiert sind und Frauen in Leitungskreisen wenig bis gar nicht vorkommen. Empirisch gesehen ist das richtig. Im Ä_Kreis sind nur Männer, nur 30% der Leiter in JF Gemeinden sind Frauen. Und ebenso niedrig ist die Rate der Frauen in der aktiven Gemeindemitarbeit vor Ort. Regionalleitungen sind ebenfalls überwiegend von Männern besetzt. Nun, ich mache mir also seit ein paar Moinaten Gedanken darüber und ein Aspekt dessen ist, dass ich in den letzten Monaten viel mit Frauen bei JFI gesprochen habe mit der Fragestellung, auf welchem Stand das Fauenbild und die Konstruktion des Weiblichen bei den JF- Frauen denn so ist. Auch wenn ich keine empirische Foirschung betrieben habe, so stelle ich doch einigermaßen überzeugt die These auf, dass die Frauen unserer Bewegung überwiegend von einem patriachalen und konservativen Bild in bezug auf Weiblichkeit, Ehe und Familie geprägt sind. Es ist für Frauen in unserer Bewegung absolut normal bis gewollt, z.B. wenn Kinder zur Welt kommen, zuhause zu bleiben und ihrem mann den Rücken freizuhalten für Arbeit und Engagement in der Gemeinde. Mütter scheiden in unserer Bewegung nahezu fast immer aus der Gemeindearbeit aus, sobald sie Kinder bekommen, so ein Teilergebnis einer Befragung auf dem Freakstock 2005.
Somit ist der Umstand nicht verwunderlich, das Leitungsgremien bei JFI nicht von Frauen besetzt werden, da sich schlicht und ergreifend keine Freu "zeigt".
Und ich halte das für einen absoluten Verlust. Viele der Probleme, die wir bei JFI gerade haben werden von diesem Umstand negativ verstärkt, manches wäre wahrscheinlich anders gelaufen, wenn der typisch männliche Führungsstil durch weibliche Führungsanteile komplettiert worden wäre. Nicht umsonst schuf Gott Eva, weil Adam überfordert mit seinen Aufgaben war und eine "Hilfe" oder Gehilfin benötigte. Ebenso ist JFI auf Frauen in den Führungsgremien angewiesen, weil Männer überfordert sind, alleine, ohne weibliche Komplettierung, eine Bewegung zu leiten.
Soweit meine steilen Thesen für heute. Ich hoffe auf reges weibliche JF- Feedback.

19 Kommentare:

HoSnoopy hat gesagt…

In Darmstadt hatte ich den Eindruck, daß sich kaum eine Frau diesen Streß aussetzen wollte. Das erste Leitungsteam bestand zur Hälfte aus Mädels, was dann aber bis auf null absackte...
In Brückenau gibts keine "klassische Leitung" in dem Sinn, aber dort übernehmen meistens Mädels Aufgaben und damit auch in gewisser Weise "Führungspositionen", indem sie halt was organisieren und dabei "vorpreschen". Die sind allerdings (noch) weit weg vom Mutterdasein.
Ich denke, es kommt drauf an, wie ne Gruppe/Gemeinde aufgezoegen wird...
sofx

Danny hat gesagt…

Hi Josha. Nun, vielleicht haben einige Leute einfach theologische Bedenken aus der Bibel und denken nicht, dass Frauen Gemeinden leiten sollen. Ist doch in Ordnung, oder?

Josha Eisenhut hat gesagt…

dem ist in der JF- Bewegung nicht so.
Gibt ein ausführliches Buch aus dem Orkrist Verlag von Storch, welches die theologische Ausrichtung unserer Bewegung wiedergibt:"Die Prinzessin auf der Kanzel"

Martin hat gesagt…

Ich finde es spannend, dass Du Dir die Frage nach der Konstruktion von Weiblichkeit stellst und kurz danach von weiblichen Führungsanteilen schreibst, so als seien sie eine Gegebenheit. Hast Du das bewusst so geschrieben, oder hat da das "Zwangssystem der heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit (wie Judith Butler es vielleicht nennen würde)", das in unseren Köpfen feststeckt spontan zugeschlagen?

Josha Eisenhut hat gesagt…

Nun ich gehe erst einmal davon aus, das Männlichkeit und Weiblichkeit konstruiert werden, ausgehend von einer physischen Gegebenheit. Soziale Rollen und Wesensmerkmale des männlichen und Weiblichen halte ich durchaus für konstruiert, denn die Frage nach einer männlichen oder weiblichen Seele lässt sich nicht beantworten. Ausgehend von dieser gesellschaftlich archetypisch tradierten Konstruktion benutze ich die Begriffe männlich und weiblich im archetypischen Sinne. Weiterhin gehe ich nach CG Jung durchaus von einem Vorhandensein des Männlichen und Weiblichen in jedem Menschen aus.

melinda hat gesagt…

Also, ich hab das Buch "Prinzessin auf der Kanzel" gelesen. Viele Gedanken waren mir nicht neu, bestätigte mir nur was ich auch schon dachte.

Ich bin seit vielen Jahren immer wieder in Leitungspositionen gewesen. Eine Sache mit der ich immer wieder zu kämpfen habe, ist die allgemeine Vorstellung was Leiterschaft ist, nämlich, so wie Silke im Buch schreibt: Dominant,Durchsetzungskräftig, Kämpferisch, Entscheidungsfähig, Zielstrebig...alles Sachen die nicht unbedingt meine grössten Stärken sind. Bei dem Versuch dem Gerecht zu werden bin ich natürlich oft gescheitert!

Eine weitere Sache die mir oft begegnet ist:

Frauen dürfen leiten, aber nur wenn ein Mann über sie steht, denn Frauen, die die Hosen anhaben sind keine ordentliche Frauen. Besonders im Bereich Lehre: Oft spüre ich das Frauen nur halb so ernst genommen werden wie Männer.

So, aber was macht Frau nun, wenn sie eben keine Lust mehr hat ständig mit diesen Vorstellungen, die meist in den Hinterköpfen spucken, zu kämpfen?

Wie genau könnte man Frauen ermutigen?

Mir persönlich fehlen ganz einfach gute weibliche Vorbilder.

storch hat gesagt…

zur letzten ausgabe der "prinzessin auf der kanzel" habe ich eine umfrage gemacht. die ergebnisse bestätigen (unter anderem) joshas these: http://www.jfrs.de/storch/blog/wordpress/2005/08/19/auswertung-der-frauenfragebogen/

in der dritten ausgabe wird es übrigens auch um weibliche vorbilder gehen. ich suche noch frauen in lehre und leitung die einen artikel beisteuern wollen. bitte auf meinem blog melden.

HoSnoopy hat gesagt…

"Dominant,Durchsetzungskräftig, Kämpferisch, Entscheidungsfähig, Zielstrebig...alles Sachen die nicht unbedingt meine grössten Stärken sind."
Melina, ich fühle da auch als Mann nach und muß sagen, daß mir das ziemlich bekannt vorkommt.
Das waren immer die Kritikpunkte, die mich als Leiter besonders getroffen haben. Dennoch erlitten die jf-da durch einen dominanten, durchsetzungskräftigen, kämpferischen, entscheidungsfähigen und zielstrebigen Leiter heftigste Verluste.
Ich will damit sagen: Das ist sicherlich nicht das wichtigste.
sofx

Bernhard hat gesagt…

Ich lese das mit Bauchschmerzen. Ich will nur kurz einige der Gedanken dazu schreiben, die ich mir als hauptamtliches Mitglied einer Kirche mache, die Frauen als Pfarrerinnen und Bischöfinnen nun schon viele Jahre erlebt. Ein großes Faktum ist: der evangelischen Kirche sind deshalb aber die Probleme nicht weniger geworden. Aber das ist das schwächste Argument, wenn auch das augenscheinlichste.
Vielmehr möchte ich eine Totschlagvokalen entlarven, die in dieser Diskusion ein wirklich sachliches Auseinandersetzen nicht zulassen.
Jeder wird mir zustimmen, dass das Zeitalter eine matriachalen Kultur längst vergangen ist. Das gabs mal - gibts aber nicht mehr. Genausowenig wie es seit fast genau so langer Zeit keine patriarchale Kultur mehr gibt. Wir leben in einer ebeso vater- wie mutterlosen Zeit und es ist völlig anachronistisch, unsere heutige Gesellschaftsform vom einstmaligen Patriarchat her zu kennzeichnen und von daher anzugreifen. Das "Verwandschaftssystem" der heutigen Gesellschaft spiegelt sich nicht in einer Dominaz väterlicher Figuren wider, sondern in an sich genuin "typisch" männlichen Verstandesleistungen, die durch unsere technisierte Lebensweise und den immer noch überschätzen Rationalismus unserer Zeit beschrieben sind.
Dass Frauen sich in dieser Welt zurecht finden (müssen), haben sie unlängst bewiesen. Dass die kämpferische Front des Feminismus dagegen aber nur zwei Waffen strecken will, leuchtet nicht ein, weil diese Waffen sich selbst gegenläufig sind und letztelich völlig destruktiv wirken. Waffe 1: Es gilt Front zu beziehen gegen diese durch "typisch" männliches Denken geprägten technisierten Zivilisation und das macht man mit Totschlagwörtern wie Patriatchat, Diskriminierung, Chauvinismus u.ä. Oder Waffe 2: Die Frau reklamiert ihren Platz in dieser Form von Gesellschaft, was aber schwerlich geschehn kann ohne eine widernatürliche Vermännlichung der Frau oder eine Einebnung der Unterschiede der Geschlechter.
Und weil ich zweiter Waffe für die psychologisch und theologisch irrsinnigste halte, beziehe ich hier Stellung. Ich weiß um genderstudies und dergleichen. Kulturelle Prägung, sexualphänomenlogischer Lebensweisen und all den Rotz. Aber was in dieser Kunstgedankenwelt letztlich nur abgerungen werden kann ist eben die innere Unlogik dieses Argumentierens: durch künstliche Technisierung (was eine eingentlich männliche Eingenart ist) des weiblichen Daseins, entselbstet sich das weibliche Geschlecht um ihrer Männlichkeit willen. Und das kann ja wohl nicht sein.
Dass ich Frauen kenne, die in Leitungsfunktionen einen tollen Job machen steht außer Frage. Aber auch hier gilt ja genau das Ding: eine Frau muss vom ihrem Dienst her beweisen, dass sie als Frau in der Lage ist, diesen Job zu machen! Das ist Krank! Für mich wäre es nachdenkenswert, ob es nicht viel angemessener wäre, den Dienst zu beurteilen von daher, wie(!) ihn eine Frau leisten kann. Nicht umgekehrt. Daher finde ich es persönlich nicht schlimm (ja, es wäre wünschenswert) wenn keine Frau Leitungsfunktionen übernehmen möchte. Das spricht nämlich für den "Grad" ihres Erlöstseins: Dass nämlich ein Job nicht die Wertskala ist, an der sich eine menschliche Identität messen lassen muss. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass jede Frau und auch jeder Mann, der diesen Job anstrebt, unerlöster ist! Nur ums noch mal klar zu stellen - nä!
Ich denke, es ist verständlich, was ich meine.

Josha Eisenhut hat gesagt…

@bernhard: Du kannst Dir wahrscheinlich vorstellen, das ich deinen Thesen nicht folge. Leider bin ich gerade zu krank, um Deinen komplexen gewdanken adäquat antworten zu können. Später...

Ronny hat gesagt…

Interessanterweise gibt es mit dem Frauenbild genau an diesem Punkt auch eine Schnittmenge zwischen orthodoxen Christen, Juden und Moslems. Das ist dann auch das was mir etwas Angst macht und weswegen ich nicht in dieser Schnittmenge erscheinen möchte.

Das Thema Kindererziehung ist dabei durchaus von großem Interesse und aus meiner Erfahrung ist es in christlichen, ähnlich auch in Freakkreisen nicht üblich Kinder schon früh in den Kindergarten zu schicken, ohne sich dem Vorwurf "Rabenmutter" einzufangen. Ich persönlich wollte nie ein Frau haben, die sich ganz für die Familie "aufopfert". Das heist dann aber auch, das Mann(!) das auch fördern muß indem man seiner Frau den Rücken freihält.

katrin hat gesagt…

gutes thema. beschäftigt mich sehr. ich bin seit ca. 6 jahren gemeindeleitung und seit ca. 1 jahr mama. hab mich vorher oft gefragt, ob gott mich vor die wahl stellt: dienst oder kinder !?
im moment geht bei mir noch beides. aber wie lange noch? beim wievielten kind geht´s nicht mehr?
babysitten für lau, damit auch mal mein mann UND ich zum gottesdienst, zur gemeindeversammlung, ... können ist noch nicht selbstverständlich. pionier sein und sowas einfordern/einführen kostet kraft.
mann soll den rücken freihalten - ja, den deal haben wir auch, aber mann geht auch vollzeit arbeiten und verdient unsere brötchen.
nicht so einfach. mit anderen damen in ähnlicher situation austauschen wäre gut. aber wo sind sie?

das sind so meine gedanken dazu...
gruß katrin

cee hat gesagt…

In Bern ist die Leitung 100% weiblich, Lobpreis wird von einer Frau geleitet, gepredigt +/- abwechslungsweise von einem Mann und einer Frau.
Ich hätte sehr gerne einen Mann im Leitungsteam mit drin. Wir brauchen auf jeden Fall einen "männlichen Schutz", auch geistlich gesehen. Kann ich jetzt nicht im Blog erklären..

fastfreddifelson hat gesagt…

@bernhard: kann ich auch nicht mitgehen. zu deinem letzten gedanken 1.) unpraktikabel - glaubst du echt du kriegst die (männer)welt dazu den gesamten job-market umzustrukturieren. (äh ... nein!). 2.) ich find es geht nicht nur drum, dass wir uns zu viel über die position definieren... ziel soll doch wohl sein, dass die person (egal welchen geschlechts) die arbeit machen darf, für die sie/er geeingnet ist. irgendwer muss die jobs ja machen! und es ist sicher nciht besser, dass es halt einfach die männer machen, weil die sich ja eh mehr über macht ihre wertigkeit holen. die gesell. infrastruktur ist einfach noch nicht geeignet - aus allen bereits genannten gründen.
wie so oft muss ein dritter weg her: also weder mannsweib noch nervige emanze. und der ist auch schon überall angeklungen: arbeitsverteilung, vorbilder, neue geschlechterrollen ... aber das braucht echt zeit. die emanzipation ist noch nicht wirklich lange her. und wir reden hier von echt grundlegenden umwälzungen unserer gesamten westlichen gesellschaft. das passiert nicht in 30 jahren. be paitent, friends!

Fabse hat gesagt…

Hey
Ich denke es ist auch wichtig in männlichen und weiblichen Führungsstil zu unterscheiden. Weiblich ist dabei nur eine Bezeichnung und keine Geschlechterzuteilung. So gibt es dann z.B. Männer die weiblich leiten.
Bitte schaut euch folgende Artikel an:

www.welt.de/data/2004/06/26/296277.html

www.unternehmerinnen-in-hessen.de/
index.php?article_id=679

um mir weiter zu folgen braucht ihr den 1 Artikel...
Es sind nur 5 % der Topmanager (im wirtschaftlichen Bereich) Frauen. Also in unseren Gemeinden nicht contra der Welt (wenn ich auch nur ein wenig mal Gemeinde mit einem Betrieb vergleichen darf). Vergleichen wir allerdings Gemeinde mit einer Familie, haben Frauen schon mehr %! Hab zwar keinen Nachweis, aber Frauen haben in den Familien oft das Ruder in der Hand (der Vadda is ja oft weg bei der Arbeit).
Und jetzt meine Frage: Was wollen wir mit den Leitungen in unseren Gemeinden erreichen? Ich glaube unbeabsichtigt wollen wir (aufgrund unserem Leiterverständnis) oft Eigenschaften die dem männlichen Führungsstil zugeschrieben
werden.

Und noch andere Gedanken:

Ich kenne auch Gemeinden, wo schon seit ever Frauen alleine leiten und andere wo Frauen (obwohl möglich) nie dabei waren. Letztendlich denke ich, sollte nicht Hauptsache eine Frau oder Mann leiten, sondern der der es halt soll. Aufgabe= Bedürfnisse abchecken

Aber noch ein paar Fragen und Bemerkungen an uns Männer: Sind wir bemüht Frauen zu Leitungsaufgaben zu ermutigen? Behandeln wir sie entsprechend oder wie einen Kerl? Gestehen wir uns ein, Frauen nicht verstehen zu können? Wollen wir Frauen ermöglichen sich verstanden zu fühlen?
Nehmen wir ihre sichten von Dingen so wichtig wie unsere (alla "au mann jetz seh das mal logisch und nicht so emotional")?

Ich will weiblichen Leitungsstil! Zum Glück hab ich eine Verlobte die das ordentlich auslebt (bei mir und in ihrer Gemeinde).

Josia hat gesagt…

hm, also ich weiß nicht. Ich hab mich mit dem Thema irgendwie noch nie so ausainandergesetzt. Kommt wahrscheinlich daher, dass ich mit diesem Konflikt noch nie so viel zu tun hatte. Von Kind auf bin ich mit der Lehrmeinung "Frauen ham auf der Kanzel nix zu suchen" aufgewachsen und ich meine es stünde auch irgendwo in der Bibel, dass die Frau nicht lehren soll oder? Das ist nicht meine Meinung, denn wie gesagt habe ich mir darüber noch keine Meinung gebildet, ist eben nur das einzige was ich darüber weiß.
Wenn das nicht den Rahmen sprengt, könnte vielleicht jemand erklären wie es mit diesem Thema von der Bibel her aussieht?
Allgemein schätze ich persönlich eigentlich auch den "echt" weiblichen Leitungsstil von Frauen sehr, jedenfalls immer dann wenn ich ihn mitbekomme. Hört sich vielleicht blöd an, aber ich habe die Erfahrung gemacht das Frauen oft Konkurenzkämpfe zwischen Männern eindämmen, was für verantwortliche Leitungspositionen oder -gruppen sehr von Vorteil ist. Persönlich kann ich sagen, dass ich auf keinen Fall mal eine dieser "ich koche und passe auf die Kinder auf"-Frauen heiraten möchte. Ich glaube das Frauen sich aber oft von der Sachlichkeit und Kämpfernatur der meißten Männer (ist mit Sicherheit nicht bei allen Leitern der Fall) verschrecken lassen. Da Frauen meiner bescheidenen Erfahrung nach oft eher gefühlsbasiert entscheiden und argumentieren, was meiner Meinung nach genauso viel Berechtigung hat wie rationales, faktisches Argumentieren, lassen sie sich glaube ich oft von der mehr oder weniger kühlen und taktischen Art der meißten Männer abschrecken. Ein Umstand, auf den mit Sicherheit beide Geschlachter abrundend einwirken sollten, indem sie der (Leitungs-)Art des jeweils anderen Geschlechts Berechtigung zukommen lassen. Ich glaube, dass vor allem die Akzeptanz mehrerer Wahrheiten und Ansichten nebeneinander eine große Rolle spielt, aben genau wegen den unterschiedlichen Blickwinkeln beider.
Dies kann man doch bestimmt von der allgemeinen Leitungsposition auch auf die einer Gemeinde oder anderen christlichen Gruppierung beziehen denke ich.

Anonym hat gesagt…

Nur mal so zur Info, OHNE darüber diskutieren zu wollen:
Ich habe selbst des Öfteren erlebt, wie es ist, als Frau nicht ernst genommen zu werden, insbesondere in Leiterschaft!
Ich kann mich nicht erinnern, innerhalb der JF-Szene mal (insbesondere von einem Mann) ermutigt geworden zu sein in meinem "Leitungs-Job". Im Gegenteil: es fühlte sich eher an wie "ein Messer im Rücken", d.h. aus den eigenen (=JF-)Reihen hintenrum kritisiert, angeklagt, verurteilt und mißachtet werden. Es tat saumäßig weh in Herz und Seele... und ich wußte nicht, mit wem ich darüber hätte Reden können ,ohne dafür auch wieder verurteilt zu werden. Somit war ich völlig damit beschäftigt, gegen Bitterkeit, Mutlosigkeit & Co. anzukämpfen... bis ich irgendwann (im geistl. Dienst) völlig lahm gelegt war!...für Jahre...
Ich weiß, daß es nicht nur mir so ging. Und es sind auch leider nicht nur Männer, die Frauen in Leitungspositionen nicht/kaum ernst nehmen!
...
Männer, wir brauchen nicht nur den normalen Umfang an Ermutigung und Unterstützung in Leitungspositionen und auf dem Weg dorthin, den ihr auch braucht, sondern eben wegen dieser Verletzungen und Qulichees noch viel mehr davon als ihr!!!! Nehmt diese eure Aufgabe wahr! Was erwartet ihr?!?
Wir brauchen MIND. den gleichen Freiraum, Ermutigung, Anerkennung, Unterstützung etc., wie ihr! HELP!
Viele Männer reden so, als ob sie "Frauen in Leitungspositionen" anerkennen würden, aber HANDELN (im Tun und im Unterlassen) gegensätzlich! ...
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie unglaublich erleichternd und heilsam es für eine Frau sein kann, wenn ein Mann tatsächlich mal etwas Unterstützendes/ Anerkennendes in der Richtung sagt!
...
So, mehr jetzt nicht. Gott segne euch!

marlster hat gesagt…

Hi Josha, auch schon ein bisschen her, aber vielleicht liegt bei so einer schiefen Verteilung trotz gleichen Chancen einfach ein eingebautes Merkmal vor. So würde man in der Psychologie urteilen.

Ich verstehe auch deinen Satz nicht ganz: "Soziale Rollen und Wesensmerkmale des männlichen und Weiblichen halte ich durchaus für konstruiert, denn die Frage nach einer männlichen oder weiblichen Seele lässt sich nicht beantworten. Ausgehend von dieser gesellschaftlich archetypisch tradierten Konstruktion benutze ich die Begriffe männlich und weiblich im archetypischen Sinne. Weiterhin gehe ich nach CG Jung durchaus von einem Vorhandensein des Männlichen und Weiblichen in jedem Menschen aus." -- du kannst die Frage nach M und W nicht beantworten. Was heißt das? Warum kannst du es dann mit Jung beantworten?

Für mich hat die Frage auch viel mit der Identität zu tun. Ich glaube an mehr als Konstruktion, sondern an Gott-gegebene Identität, die bei Mann und Frau anders ist.

Mich würde auch deine Meinung zu Bernhards Kommentar interessieren.

Anonym hat gesagt…

Ich habe mich als Frau in der Leitung angenommen und ernst genommen gefühlt. Aus persönlichen Gründen habe ich mein Amt niedergelegt, aber fast niemand kam auf die Idee mir zu sagen, dass er es schade findet. Das ermutigt nicht gerade und gibt mir das Gefühl geduldet gewesen zu sein, weil gerade kein anderer Mann da war um den Job zu machen.
Ob ich in Zukunft noch einmal eine Gemeinde leiten möchte weiß ich nicht. Obwohl ich Frauen prinzipiell gerne in der Leitung sehe, denke ich, dass Quotenfrauen eine Fehlbesetzung sind.