Donnerstag, Februar 02, 2006

The Bibo`s Kritik an emerging church

Josia hat sich auf seinem Blog umfassend und sehr ehrlich zu seinen Empfindungen bzgl. der Gemeinschaften innerhalb der EC- Bewegung geäußert und dabei umfassende Kritik formuliert. Da mich manche seiner Beschreibungen an das Leben in unserer Datscha erinnert, mag ich gerne mal selbstreflektorisch dazu Stellung nehmen.

1. EC bauen kleine individuelle Gemeinschaften, die introvertiert sind und nichts an andere abgeben
Die Datscha ist definitv eine kleine Gemeinschaft, die nicht mit dem Ziel angetreten ist in den nächsten zwei Jahren zu einer Gemeinde mit 150 Gottesdienstbesuchern zu wachsen. Sie ist auch individuell, da von den 8-10 Personen geprägt, die unsere Gemeinschaft bilden. Unser Output an die Gesellschaft ist definitiv noch nicht großartig spürbar, da wir uns in einer Phase befinden, in der angesagt ist, die Gemeinschaft zu stärken und zueinander zu wachsen. Allerdings, was wir zu geben haben ist eben jener Output, dass es auf die Beziehungen und "Liebe untereinander" ankommt. Und ehe wir das als Output rausgeben können, wollen wir es selbst leben.

2. Kleine Underground Churches werden nichts bewegen
Dem widerspreche ich. Bewegt hat es auf jeden Fall mal mich selbst. Mehr als je in irgendeiner Gemeinde. Stellt man sich mal vor, dass es in Darmstadt vielleicht in Fünf Jahren in jedem Stadtteil solche Projekte, wie die Datscha geben könnte, erübrigt sich die Frage ob wir was bewegen werden. Wir werden definitiv.

3. Solche kleinen Gemeinschaften richten sich nett ein und leben nur ihre persönlichen Bedürfnisse aus
Ja. Allerdings würde ich das "nur" streichen. Aber es stimmt. Wir richten uns nett ein und leben auch gerne unsere persönlichen Bedürfnisse aus.

4. EC Gemeinschaften sind eben auch nur Institution und stehen nicht dazu
Dem stimme ich nicht zu. Basis unserer Gemeinschaft ist Beziehung und nicht Struktur. Struktur folgt unserem Beziehungsleben und nicht umgekehrt.

5. EC Gemeinschaften streben nur nach innerer Ruhe die mit einem Leben mit Gott nicht vereinbar ist. Wer sich nach Gott sehnt, wird keine innere Ruhe haben.
Das erlebe ich anders und in dieser Sache verstehe ich die Bibel auch anders.

Thanx Josia, für diese nachdenkenswerte Kritik !

10 Kommentare:

micha/jf chemnitz hat gesagt…

Was genau ist "Emerging Church" eigentlich..
gibs dafür keine deutschen Begriffe?
Hab mich noch nicht mit diesem Thema beschäftigt, weil es ein englischsprachiger Begriff ist - und ich deshalb erstmal davon ausgegangen bin, "aha .. ist wohl wieder so ein neuer Christentrend .. na ja.. brauch ich mir also nicht anschauen.. falls es was relevantes ist, komm ich früher oder später sowieso damit in berührung"


ich hab ehrlich gesagt erst nach ein paar Minuten geschnaggelt,
das in deinem Beitrag mit EC "Emerging Church" gemeint ist,
und nicht "Entschieden für Christus"

;-)

Josia hat gesagt…

Also, dass sollte eigentlich keine direkte Kritik an der Datscha sein. Eher an dem was ich bisher auf diversen Blogs und Seiten über die Deffinition und das Vorkommen von EC gelesen habe. Das die Datscha da in einigen Dingen mit rein fällt ist mir allerdings klar.
Das ihr euch erstmal selbst entwickelnt wollt kann ich voll verstehen und mir geht es momentan genauso.
Das mit den Undergroundchurches hab ich vielleicht en bischen falsch formuliert ...
Was das ausleben von den eigenen Bedürfnissen anbelangt, so habe ich einfach Angst, dass man sich nach einiger Zeit wieder nur darauf beschränkt sich schön einzurichten und die eigene Gemeinde schön zu pflegen - wobei alles ausenrum vergammelt.
Deine Wiederlegung davon, dass EC auch ne Insitution ist/wird verstehe ich nicht. Ich bin davon allerdings fest überzeugt. Ich möchte das nicht auf euch in eurem jetzigen Zustand beziehen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die EC irgendwann zu einer durchgeplanten Insitution mutiert. Ich glaube sogar das das ziemlich schnell geht, vor allem wenn du Leute wie Rick Warren mitmachen, die immer so gerne alles pauschalisieren und auf einen gemeindamen Nenner bringen ...

Joachim S. Müller hat gesagt…

Josha, ich versteh das nicht. Anfangs war das Projekt, aus dem dann - wenn ich richtig verstanden habe - die Datscha wurde, sollte doch mal so was wie ein 3rd Place werden. Du wolltest da ganz sicher keine Gemeinde draus machen, jetzt ist es eine.
Wie kommt das?

Lila hat gesagt…

@ joachim s. müller: wie kommst du dazu zu sagen, das das datscha-projekt eine gemeinde ist?
hast du dir in irgendeiner art und weise angesehen was wir machen. Ich verstehe deine verständnisprobleme aber nicht deine Urteilslegitimation. Wir sind bestimmt keine Gemeinde und wenn es mal eine sein soltte, dann sind die acht leute nicht mehr dabei, die angefangen haben. das kann passieren.
das problem bei dieser diskussion ist, das unser projekt an manchen stellen als EC betitelt werden kann, und an anderen wieder nicht. und tatsächlich habenwir auch werte die allgemein in gemeinden wieder zu finden sind, wie auch, wir können uns ja selbst nicht verleugnen.datscha-projekt ist eher 3rd place als EC oder gemeinde, das kann ich aber auch nur so sagen, weil nicht viele was mit 3rd place anfangen können.
das ist eben dieses Begriffsproblem...

Josha Eisenhut hat gesagt…

@Joachim: Aus meiner Sicht ist die Datscha ebenfalls keine Gemeinde. Aber wir leben dort Dinge, die man auch in Gemeinden findet. Für manche von uns ist die Datscha auch geistliche Heimat geworden, ohne dabei Gemeinde zu sein.
Vom Prozess her ist es so, dass 8 Leute gemeinsam ihr Leben teilen und somit auch ihren Glauben. Und dies auch mit anderen außerhalb unserer Kerngruppe tun: Unser Leben teilen.
Natürlich werden wir immer in die Schublade "Gemeinde" gesteckt. Jedoch ist für uns wichtig, dass wir unser Leben in einem anderen Rahmen als Gemeinde teilen, weil wir weder Gemeinde leben wollen, noch können.
Wohin sich das weiter entwickelt, wird man sehen. Übrigens darf jeder unser Ding so nennen, wie er es mag und brauch. Ist für mich ok so.

Mike hat gesagt…

Hallo Josha. Danke für deine weise Antwort.

micha/jf chemnitz hat gesagt…

ich kenn das garten-projekt nicht..

aber zum Thema noch-mehr-Gemeinden kann ich was anmerken..

ich finds nicht schlimm, wenn neue Gemeinden entstehen..
kommt aber bissl drauf an, auf welche art und weise..
spaltung ist meistens mist..
teilung is besser.. manche gemeinden machen das von sich aus..

des weiteren ists doof, wenn ne neue Gemeinde lediglich aus leuten besteht, denen es woanders nciht mehr cool genug war oder ähnliches..

..wenn man anderen Gemeinden wertvolle Mitarbeiter klaut usw..

na ja.
ansonsten passieren solche Gemeindegründungen ja öfters mal.. ein wachstumsprozess..

bsp.:
1) Landeskirchliche Gemeinschaft:
eigentlich ne Ergänzung zum normalen 0815-Kirchenalltag.. als solches verstehen sich die meisten Gemeinschaften.. sie wollen keine Konkurrenz sein, sie taufen nicht, geben keine sakramente.. haben ihren GoDi zu ner anderen Uhrzeit als die "Mutterirche"..
..aber im Laufe der zeit ist es hin und wieder vorgekommen, dass ne LG zu ner eigenständigen Gemeinde geworden ist.
Heutzutage findet man unter den LG viele, welche lediglich eine Ergänzung darstellen..
..desweiteren gibts einige, welche aufm Weg dazu sind, eine eigenständige Gemeinde zu werden..
..und es gibt welche, die eindeutig ne eigenständige Gemeinde sind und sich auch als solche verstehen.

2.) Hauskreise:
Hauskreise sind in vielen Gemeinden bestandteil der Struktur.
Ab und zu kommt es vor, dass sich aus nem Hauskreis ne neue Gemeinde entwickelt..
manchmal ist dies erwünscht bzw. sogar Ziel eines HK..
..manchmal passierts einfach so..
..manchmal (selten) ist dies unangenehm..
(z.B. Hauskreis geht Sonderwege.. akzeptiert keine Korrektur.. "wir sind besser"..und zack! abspaltung)

3.) Jugendkreise/"Junge Gemeinde"..
..da kommt das auch ab und zu vor..

gibt sicherlich noch viel mehr derartige Beispiele..

sogar eine Familie bzw., ein Freundeskreis kann auf einmal Kern einer neu entstehenden Gemeinde werden..

Joachim S. Müller hat gesagt…

Sorry, ich wollte niemanden angreifen und die Datscha nicht als irgend etwas abstempeln. Ich hätte es besser formulieren sollen: "Die Datscha scheint mir von den Beschreibungen her etwas zu sein, was ich als Gemeinde bezeichnen würde." wäre wohl das gewesen, was ich ausdrücken wollte.

Und ich finde es ab gesehen davon überhaupt gar nicht negativ, etwas als Gemeinde zu bezeichnen. Ich hatte einfach nur unter den anfänglichen Beschreibungen etwas ganz anderes erwartet, das ist alles. Mein Mißverständnis. Ich kann ja auch mit dem Wort "Urteilslegitimation" nichts anfangen. Und um mein Bild über die Datscha richtig gerückt zu bekommen, habe ich nachgefragt.

Vielleicht ist ja Gemeinde einfach nur ein Wort für etwas, wo Christen Gemeinschaft haben, dann würde es auf ziemlich viel zutreffen.

Ja, ich war noch nie dabei. Allerdings glaube ich auch nicht, daß ich ein viel genaueres Bild darüber haben werde, wenn ich einmal da gewesen bin. Ich war übrigens mal in dem Hof hinten, aber da war grad keiner da, und da es auf keinem meiner natürlichen Wege liegt (etwas, daß ich von einem 3rd Place für mich (nicht allgemein!) verlangen würde) kam ich noch nicht dazu, reinzuschauen.

Was ist denn ein guter Wochentag und eine gute Zeit?

karsten hat gesagt…

Hmm, wie positioniert sich denn ein "third place" zu einer Gemeinde ?

Josha Eisenhut hat gesagt…

Wie meinst Du das Karsten ?